Mein Blog ist umgezogen! (plus neues Design)

Endlich hab ich es geschafft (zeitlich, nervlich und fähigkeitentechnisch), ich bin mit meinem Blog von WordPress.com zu WordPress.org umgezogen und es war ganz schön viel Arbeit. Dafür gibt‘s ein neues Layout und sehr übersichtliche Archive, wie ich finde.

Ab sofort bin ich unter http://kids-cooks-composts.com oder http://www.suchtdasglueck.at erreichbar.

Blog_logo Kopie

Den Umzug und vor allem das Layout habe ich alleine verwirklicht und darüber bin ich besonders glücklich, auch wenn‘s lange gedauert hat, viel Arbeit war (und vielleicht auch noch die eine oder andere Änderung ansteht).
Dabei haben mir die Tutorials von magnoliaelectric und abeautifulmess sehr geholfen.

Ab sofort ist das Fräulein also im neuen Look unter www.suchtdasglueck.at zu finden.

Ich hoffe, es gefällt euch.

Für alle, die bisher per Email über neue Beiträge informiert wurden, ihr solltet euch bitte noch einmal auf der neuen Seite eintragen, ich kann die alte Abofunktion nicht „mitnehmen“ und sonst ist es aus mit der Glückspost.

Also bitte hier anklicken und…

Beschreibung Glueckspost

….noch einmal abonnieren. Vielen Dank!

Alles Liebe,

Unterschrif

Tutorial: Handyparkplatz {wie bekomme ich mehr Zeit}

Ich mache derzeit ja eine Handydiät und um ja nicht in Versuchung zu kommen, gibt es bei uns jetzt tagsüber einen Handyaufbewahrungsplatz – auch genannt Handyparkplatz aka HP. Entnahme nur für Anrufe gestattet.

Dazu benötigt man:

Blogfoto_handyfrei1

und

Blogfoto_handyfrei2

Eventuell ein Kind für die Verzierung des Hinweisschildes hinzuziehen (optional).

Auf das Glas kleben, Handy hinein und taataaaa: Fertig ist der Handyparkplatz (HP)

Blogfoto_handyfrei3Schwierig ist jetzt einzig, die Regeln nicht zu brechen. Möglicherweise benötigen besonders Handyabhängige ein Behältnis mit Vorhängeschloss. (Der Glücksmann braucht eher noch einen dicken Tresor mit davor postiertem Sicherheitspersonal, damit er die Zeit der Entzugserscheinungen durchsteht).

Übrigens kann man die Zeit auch nützen, das tolle Behältnis beliebig mithilfe eines Kindes zu verzieren.

DSC_4143

DSC_4138

Habt ihr auch Ideen, die Handysucht im Zaum zu halten?

Alles Liebe,

Unterschrif

Mehr Zeit fürs Wesentliche: die (un-)freiwillige Handydiät

Derzeit bin ich ohne Telefon. Es ist defekt. Also nicht ganz ohne Telefon, ich hab ein Leihgerät, so eines, wo man eben telefonieren kann, aber sonst nicht viel. Das heiß geliebte Smartphone ist bei der Reparatur (tolle moderne Technik). Schon als ich es abgegeben habe, kam ich mir total nackt vor, ich wusste nicht mal, wie spät es ist.

Dabei kritisiere ich ja immer, dass andere dauernd reinschauen in ihr Telefon, belächle die Teenies, die in Gruppen in ihre Handys starren, und bin in Wirklichkeit auch nicht besser. Glückskind Nr. 1 fragt mich ununterbrochen nach „Utup“ und ich vermute das jüngste Glückskind würde mich ohne Handy gar nicht erkennen – irgendwoher muss das ja kommen.

Die Handyreparaturauszeit möchte ich nützen mit einer Handydiät anzufangen. Ich wollte das schon ewig, fand aber immer ausreichend Entschuldigungen das Handy nicht wegzulegen (zum Beispiel wegen der wichtigen Wetterapp oder anderer Apps).

Ich will der modernen Technik auch nicht komplett entsagen, aber vielleicht von 8 bis 20 Uhr, damit mich meine Kinder auch ohne Handy kennen.

Außerdem hab ich einen Zwang, alles gleich zu „googeln“. Wozu eigentlich? Den möchte ich auch loswerden.

Wieder mehr Realität

Seit einiger Zeit bemerke ich ein seltsames Phänomen an mir. Ich rufe Menschen nicht mehr so gerne an. Ich schreibe lieber Nachrichten. Dabei wäre es so viel einfacher mit der gewünschten Person kurz zu sprechen und persönlicher wäre es auch. Mit den Nachrichten ist es ja auch so, man bekommt eine, liest sie und antwortet dann einfach nicht. Ich denk mir: „Ach das mach ich später“, aber später kommt nicht. Schon ist die Konversation unhöflich beendet.

Deswegen nehme ich mir jetzt einfach mal vor, mein Handy nur für Anrufe zur Hand zu nehmen (geht ja derzeit eh nicht anders). Alles andere wie Nachrichten schreiben, Blogs, Zeitung und skurrile Statusmeldungen lesen, mache ich nur zu bestimmten Zeiten, damit ich mich auch nicht immer so verzettle. („Was wollte ich schnell schauen? Oh, ein Link – ooooh noch ein schöner Link – Nein! Was ist denn da noch für ein toller Link“).Von 8 bis 20 Uhr bleibt das Handy geparkt.

Vielleicht hab ich dann wieder mehr Zeit, mehr Konzentration, mehr Realität.

Denn oft sehe ich selbst die wichtigen Momente meiner Kinder nur noch durch’s Telefon.

Recht undeutlich, wie ich finde.

 KindHandy

Und deshalb:

Alles Liebe,

UnterschrifP.S.

Der Blog Hands Free Mama beschäftigt sich genau mit diesem Thema. Handy weg und Hände frei für die wichtigen Dinge im Leben. Hands Free Mama macht auch gerade einen gratis Online-Workshop mit vielen Entschleunigungstipps für Eltern in der Huffington Post.

Für einen glücklichen Start ins Leben – 5 Tipps für eine sanfte Geburt

Zugegeben das war eine etwas längere Pause. Mein Blog war verwaist, ich entschuldige mich. Aber ich hatte wirklich einen guten Abwesenheitsgrund. Ich war wieder schwanger. Quasi Bastelarbeit an der hauseigenen Patchworkfamilie. Da war nicht so viel Zeit für das Blog, denn so eine zweite Schwangerschaft ist viel anstrengender als eine Erste, fordert doch Glückskind Nr.1 gewohnte Aufmerksamkeit. Als Entschädigung für die mühsamere Schwangerschaft ist die zweite Geburt dann schneller abgefeiert. Ausgleichende Gerechtigkeit sozusagen.

Und jetzt bin ich auch wieder da, gleich mit ein paar Tipps für eine glückliche und sanftere Geburt.

(c)Fräulein im Glück

(c)Fräulein im Glück

1) Gut vorbereiten, aber richtig!

Eine schöne Geburt, gibt es das? Interessant – ja, einzigartig – ja, aber sanft oder gar glücklich? Ich selbst konnte mich zumindest von der Ersten auf die Zweite wesentlich verbessern und Vorbereitung ist dabei auf jeden Fall die halbe Miete. Nicht, dass ich mich vor meiner ersten Geburt nicht vorbereitet hätte, ganz im Gegenteil, da ist man doch als Schwangere noch so richtig motiviert! Ich war beim Yoga und bei der Schwangerengymnastik und hab fleißig Bücher gewälzt. Dann kam der große Tag plus die Überraschung was das „weh“ im Wörtchen „Wehe“ wirklich bedeutet und all die Vorbereitung war vergessen. Ich wollte nur noch, das Kind raus haben, schnell, gern auch mit Kaiserschnitt.

Im Fachjargon würde das Angst-Spannungs-Schmerzsyndrom heißen. Die Geburt dauert länger und wird schmerzhafter, weil Frau so anspannt. Das sollte nicht wieder passieren und deshalb hab ich mich auf meine zweite Geburt richtig gut vorbereitet, und zwar mental, mit viel Ruhe und Entspannung (so weit eben möglich).

2) Vertrauen haben: Gebären geht von selbst

Eine Geburt hat ganz viel mit Loslassen zu tun, schließlich muss das Baby ja raus. Als Erstes lässt Frau am Besten alle Vorstellungen los, wie es sein wird. Kommt eh anders. Als Zweites sind dann die Ängste dran – weg damit! Kommt eh anders.

Loslassen gelingt am Besten mit ein bisschen Vertrauen. Wird schon alles „schiefgehen“ und warum? Weil die Geburt was Natürliches ist. Frau kann das, und zwar von selbst. Zwischen Vorsorgeuntersuchungen, Krankenhausgeburt und den vielen Kaiserschnitt-Horrorstories habe ich das Selbst oft vergessen, aber eine Hebamme sagte mal zu mir: „Wenn wir all die medizinischen Hilfsmittel wirklich brauchen würden, die uns aufgedrängt werden, wären wir als Neandertaler schon ausgestorben“. Und da hat sie recht.

(Auch wenn das nicht heißt, dass es nicht Situationen gibt, in denen die Fortschritte der Medizin ein Segen sind, aber in den meisten Fällen ist nicht viel mehr notwendig als ein bisschen Vertrauen in sich selbst und den eigenen Körper.)

3) Meditation und Atemtechniken

Wenn man nicht schon immer meditiert hat, dann ist die Schwangerschaft sicher ein guter Zeitpunkt damit anzufangen. Meditieren bedeutet ganz im Moment sein. In der einfachsten Form sich auf eine einzige Sache zu konzentrieren, nämlich das was man gerade macht und das ist (hoffentlich) immer atmen. Konzentriert man sich auf den Moment, verschwinden wie durch ein Wunder auch alle Sorgen.

Ganz so leicht ist das natürlich nicht. Gerade wenn man versucht sich nur auf eine Sache zu konzentrieren, kommt man darauf, wie schwer das eigentlich ist, wie oft die Gedanken abschweifen.

Trotzdem schafft man es, sich auf den Atem zu konzentrieren, entspannt man sich. Man wird ruhig und gelassen und das ist während einer Geburt definitiv nützlich.

Ich selbst bin noch Anfängerin und verwende daher gerne Anleitungen. Als Vorbereitung auf die Geburt habe ich besonders gerne die Atem-Meditation der CD „Geh-Meditation von Thich Nhat Hanh und Nguyen Anh-Huong“ angehört. Dort ist gut beschrieben, wie man dem aus- und einatmen gedanklich Wörter zuordnen kann (zB. Friede oder Entspannung) und das macht es einfacher beim Atmen zu bleiben, ohne abzuschweifen. Es beschäftigt sozusagen den Kopf, besonders unter den Wehen, die doch sehr ablenken, bleibt so keine Zeit sich über den Geburtsvorgang zu viele Gedanken zu machen.

Auch die Geh-Meditationen selbst finde ich für eine Geburt sehr nützlich, ich wollte mich während der Geburt (oder anfangs zumindest) gerne bewegen.

Zusätzlich habe ich einen HypnoBirthing Kurs zur Geburtsvorbereitung besucht (ich werde HypnoBirthing noch in einem eigenen Blogbeitrag genauer erklären). Die Visualisierungen (man sagt sich vor, dass die Geburt gut klappen wird), geführten Entspannungsübungen und Atemtechniken des HypnoBirthing waren gut anwendbar und haben in manchen Phasen der Geburt sehr geholfen.

Sowohl Meditation als auch Atemtechniken helfen entspannen (Muttermund durch den das Baby aus der Gebärmutter kommt, geht so schneller und leichter auf) und machen den Wehenschmerz viel erträglicher.

 4) Üben, üben, üben

Entspannung kann man üben und muss man auch, damit es dann auch unter Ablenkung gut klappt. Ich habe viel geübt, trotzdem hat es dann noch viele Wehen gedauert, bis ich mich auch unter den Kontraktionen entspannen konnte. Zuerst habe ich mich bei jeder Wehe sehr angespannt, habe gehofft, dass sie schnell vorbei geht. Doch dann kam der Punkt, da wurden die Atemzüge wie von selbst tief und lang und ich habe aufgehört mich gegen den Schmerz zu wehren, im Gegenteil, ich habe ganz genau hingespürt, was geht da vor? Wo genau spüre ich die Wehe? Und habe fast schon fühlen können, wie der Muttermund sich mehr und mehr öffnet. Das Ergebnis: Die Wehe ging schnell vorbei, kam mir nicht mehr so schmerzhaft vor und plötzlich ging alles ganz schnell und mit einem Mal war das Baby schon da.

Also nicht aufgeben, wenn man denkt, Atmen bringt gar nichts, immer weiter versuchen und plötzlich klappt‘s dann.

 5) Massagen, Öle, Entspannungsbäder

Was hilft sonst noch? Alles, was entspannt und Ruhe in die Geburtsaufregung bringt. Ich bin Fan der Aromamischungen von Ingeborg Stadelmann aus dem Buch „Hebammensprechstunde“. Schon vor der Geburt habe ich meine Meditationsübungen mit einem Entspannungsduft für die Duftlampe unterstützt. Während der Geburt half mir das im Buch empfohlene „Geburtsöl“ wirklich sehr gut. Man muss es in die Haut einmassieren, besonders da, wo der Wehenschmerz groß ist, entweder es macht der/die Geburtspartner/in oder man selbst. Der Duft ist angenehm und hat auf mich sehr beruhigend gewirkt.

Ich habe mir auch ein Lavendelentspannungsbad besorgt, für eine eventuelle Wannengeburt, konnte es aus Mangel an einer Badewanne dann leider doch nicht einsetzen.

Übrigens ein/e angenehme/r Geburtspartner/in wirkt auch sehr beruhigend.

Die Wahrheit über meine Geburten

Das sind ein paar Tipps, die mir die Geburt meines zweiten Kindes wesentlich erleichtert haben.

Trotzdem, die Wahrheit ist: Ich brauche nicht jeden Tag eine. Ich habe ja schon von orgastischen Erfahrungen während der Geburt gehört, die hatte ich definitiv nicht.

Ich hatte Ängste und teilweise auch das Gefühl ich schaffe es nicht (hab ich auch laut rausgebrüllt). Aber ich hab es geschafft und das ohne Hilfe (kein einziges Schmerzmittelchen) und jetzt ist es da, ein wunderbares neues Wesen, das ist alle Anstrengungen wert.

(c) Fräulein im Glück

(c) Fräulein im Glück

Gelassenheit im Alltag: Probe am Servicedesk

Gelassenheit als Schritt zum glücklichen Leben. Ich versuche es täglich, aber der Alltag stellt meine Versuche auf eine harte Probe.

So einfach ist es nicht! (cc)IchZeit

So einfach ist es nicht!

(cc)IchZeit

 

Neulich wollte ich meinen Laptop richten lassen. Der Laptop ist alt aber gut. Er hat mir gute Dienste erwiesen und nie gestreikt, aber schön langsam kommt er in die Jahre.

Meine oberste Direktive (neben anderen) lautet, nicht mehr so viel zu kaufen. Wozu wenn es noch funktioniert und auch noch sinnvoll verbessert werden kann? Auch der Laptop soll noch etwas halten, deswegen ging ich zum „Megastore“.

Dort war alles extrem trendy, cool, durchgestylt – Geräte, Türen, Tische, Mitarbeiter und Kunden. Am coolen Servicedesk wickelte ich meinen Laptop aus einem alten Handtuch und fühlte mich deutlich deplatziert. Der Servicemitarbeiter zog die Augenbrauen hoch, versprach mir aber mit einem „ich check alles Schätzchen“ im Unterton, dass er mein gutes Stück wieder runderneuern könnte.

Zu Hause stellte ich fest, dass runderneuert anders ist. So wollte ich das nicht! Nach zwanzig Minuten in der Warteschleife erfuhr ich vom deutlich genervten Servicemitarbeiter, dass mein Laptop zu alt für das neue Betriebssystem wäre. Hatte er offenbar vergessen zu erwähnen. Er habe mir gar nichts zugesagt, ich könne ja installieren, was ich möchte, er könne es mir nur nicht empfehlen.

Ich wurde wütend. Ich atmete durch. Verdammt nochmal! Wie war das mit der Gelassenheit? Ich atmete noch einmal durch, dachte an das Dalai Lama Zitat:

“Be kind whenever possible. It is always possible”.

Pfffffffffff! Ich dachte mir zahlreiche Schimpfwörter, bedankte mich und legte auf.

Keine Frage, ich ärgerte mich grün und blau. Gerade hatte ich in das alte Teil mehrere hundert Euro gesteckt, aber eine Verwendung war nicht möglich, weil ich dazu das neueste Betriebssystem benötige. Ich verspürte das Bedürfnis das Notebook zu nehmen, noch einmal zum Servicedesk zu fahren und es dort einer neuen Bestimmung zuzuführen.

Ich atmete durch, lies meinen Plan fallen und fing ich an das Internet nach „do it yourself“-Tipps zu durchsuchen, ich schrieb in Foren und bekam viele nette und hilfreiche Antworten.

Übrigens der Laptop ist inzwischen wieder betriebsbereit und am neuesten Stand.

Gelernt habe ich auch etwas. Gelassen bleiben ist manchmal nicht leicht, aber es geht.

Ich bin immer noch dafür.

Und noch etwas: Dinge selbst zu reparieren, macht wahnsinnig zufrieden.

Doku-Tipp: „Europa – Zusammenhalten in der Krise“

Gemeinsam geht es leichter. Ich bin über den Blog „Ein Jahr ohne Kleiderkauf“ auf eine mutmachende Weltjournal-Dokumentation gestoßen.

Unter dem Titel „Europa – Zusammenhalten in der Krise“ zeigt die Dokumentation Beispiele für wachsende Solidarität in Krisenzeiten und das in unserer egozentrierten Gesellschaft.

Gibt es Zusammenhalt also noch? Anscheinend ja und das macht Mut.

Edit: Die Dokumentation wurde heute (26.Juni) aus der TV-thek genommen. Hier gibt es eine kurze schriftliche Zusammenfassung der Weltjournal-Sendung vom 19.06.2013.

(cc) mommy peace

(cc) mommy peace

5 Wege das Trotzalter zu überstehen (auch die härteste Prüfung ist nur eine Phase)

Das Trotzalter führt mich regelmäßig an den Rand des Wahnsinns, da kann ich meditieren was ich will, die Hölle ist nichts dagegen. Unlängst war ich deswegen auf einem Vortrag für Eltern mit Kindern im Trotzalter. Wenn man sich Bücher über ein Thema kauft oder zu Vorträgen geht, dann ist der Leidensdruck schon gewaltig. Das Gute dran: Wenn es Vorträge oder Bücher zu einem Thema gibt, dann gibt es auch viele, die das interessiert, sonst würde sich der Aufwand ja nicht auszahlen. Bedeutet also: Man ist nicht allein.

So war es dann auch. Da waren die deprimierten Eltern, die verzweifelten, die resignierten und dazwischen saßen auch ein paar motivierte Schwangere, die es bei ihrem Kind natürlich gleich von Anfang an alles ganz anders machen wollen.

Ich war erleichtert.

(cc) ninopnatividad

(cc) ninopnatividad

Besser lachen als weinen

Sollten Sie jemals Gelegenheit haben, Jan Uwe Rogge zu hören, gehen sie hin. Besser als jedes Kabarett. Warum? Weil man immer dann am meisten lacht, wenn man eigentlich laut weinen möchte, weil es genau den wunden Punkt trifft.

An diesem Abend hab ich wirklich viel gelacht, aber auch viel gelernt, nicht nur über Kinder, sondern über mich und das ganze Leben.

1) Du bist nicht alleine mit deinen Problemen

Warum schmeißt sich nur mein Kind bei Regenwetter auf den schmutzigen Boden und brüllt rum, sodass ich am liebsten auf der Stelle versinken möchte? Moment halt, Nein! Es ist nicht nur mein Kind. Im Gegenteil mit Kind, ohne Kind, jedem ist irgendwann in seinem Leben schon etwas passiert, was ihm schrecklich peinlich war. Vielleicht gibt es sogar Kinder die noch länger und noch lauter schreien als meines?

2) Es gibt nicht immer eine Lösung

Krampfhaft nach einer Lösung zu suchen, heißt nicht, dass es eine gibt. Oder vielleicht nicht die gibt, die man sucht. Manchmal ist es besser zu akzeptieren, dass es im Moment einfach so ist. Ok, er schreit, weil ich ihm ein Hirsebällchen weggegessen habe und lässt sich nicht beruhigen, irgendwann geht die schlimmste Situation vorbei und es geht wieder besser.

3) Akzeptiere dein Kind und dich selbst

Mein Kind akzeptiert mich so, wie ich bin. Noch erstaunlicher, obwohl ich gelegentlich Nervenzusammenbrüche erleide, betrachtet mich mein Kind sogar noch als eine Art Superheldin. Da gibt’s nicht viel zu überlegen, was vielleicht andere denken könnten. Mama ist toll und aus. Es wird Zeit, dass ich mich auch schön langsam akzeptiere, so wie ich bin (offensichtlich Superheldin) und auch Glückspilz Junior so nehme, wie er gerade ist: wunderbar, mit eigenem Willen und manchmal eben ganz anders als ich.

4) Sei kreativ

Dass es keine Lösung gibt, heißt nicht, dass man gar nichts tun kann. Dr. Rogge empfiehlt: Bei der nächsten Trotz-Schrei-Orgie, die Person, die gerade am lautesten seufzt, am heftigsten den Kopf schüttelt oder die Augen ganz bis zum weißen verdreht, anzusprechen und zu fragen: „Sie sehen so g‘scheit aus, wissen Sie vielleicht was ich machen soll?“ oder einfach sagen „ja, das ist meiner“ und sich schreiend dazu legen.

5) Es gibt Tage an denen es gut funktioniert und Tage an denen es schlecht funktioniert

So ist es. Neuer Tag, neues Glück.

Do it Yourself die Erste: Holunderblütensirup

Das Fräulein wird zur Selbstversorgerin. Nicht komplett, quasi „Flexiversorgerin“, wann es eben geht und Zeit ist. Das erste Projekt: Hollerblütensirup.

Obwohl der Frühling ins Wasser gefallen ist, ist auf den Holunder Verlass. Der blüht auch bei Schlechtwetter eisern, nicht nur in Gärten – überall, am Wegesrand, in Parks. Wer also etwas mit Holunderblüten herstellen will, hat auch ohne Garten alle Möglichkeiten.

(c)Fräulein im Glück

(c)Fräulein im Glück

Mein erster Holunderblütensirup entstand nach folgendem Rezept:

2 Liter Wasser

4 kg Zucker

Ca. 30 Holunderblütendolden

4 Orangen

2 Zitronen

50 g Zitronen Säure

Zucker in abgekochtem Wasser auflösen, die Holunderblütendolden und die Orangen und Zitronen (in Scheiben) sowie die Zitronensäure dazugeben. Ich habe den Sirup 3 Tage stehen lassen, man kann ihn auch 5 Tage ziehen lassen. Danach durch ein feines Sieb oder Tuch abseihen und in Drehverschlussflaschen füllen. (Quelle: Chefkoch.de)

Ich habe den Sirup nach dem Abseihen noch einmal kurz aufgekocht und heiß in die Flaschen gefüllt, damit er länger hält. Wie beim Marmeladeeinkochen. Bin gespannt, ob es klappt.

Holunder ist oft von Läusen befallen, man darf daher nur die Dolden nehmen, die keine Läusefamilien beherbergen, sonst ist der Sirup nicht mehr vegan.

Das Rezept bringt ca. 4 Liter Sirup. Zugegeben die Herstellung ist für mich als Anfängerin eine Patzerei, aber ich bin sehr zufrieden und er schmeckt köstlich. Wenn alle Flaschen halten, habe ich Geld gespart und weiß, was in meinen kühlen Drinks drinnen ist – alles ganz chemiefrei.

Holunderblüten als Tee gegen Erkältungen

Holunderblüten sind sehr gesund und ein wunderbares Erkältungsmittel. Dazu kann man die Blüten trocknen und mit heißem Wasser aufgießen. Auch bei Kindern sehr beliebt, da die Blüten als Tee wirklich sehr gut schmecken.

(cc) luzbonita

(cc) luzbonita

Hier eine Anleitung zum Trocknen aus einem Forum.

„Die Holunderdolden ausschütteln und die dickeren Stiele wegschneiden, so dass kleine Döldchen entstehen. Diese brauchen zum gründlichen Trocknen etwas künstliche Wärme im Heißluftofen bei ca. 40 °. Damit die zarten Blüten nicht verloren gehen, lege ich zum Auffangen ein Tuch unter. Während des Trocknens ab und zu wenden, ein leichtes Bräunen der Blüten lässt sich leider nicht vermeiden. Die Blüten sind trocken, wenn sie rascheln und sich die Stiele nicht nur biegen, sondern brechen lassen. In einer Pappschachtel oder in dunklem Glas max. 1 Jahr lang aufbewahren.“

Übrigens wer noch Holunderblüten sammeln will, muss sich beeilen, er blüht nur von Mai bis Juni.

Weiterführende Links

Noch mehr Holunderrezeptideen auf die Umweltberatung.

Weniger verschwenden, mehr genießen: Tipps für bewusstes Essen

(c)captain.orange

(c)captain.orange

Heute ist Weltumwelttag. Das Thema im heurigen Jahr: „Think. Eat. Save“. Wir sollten wieder bewusster mit unserer Nahrung umgehen, weniger verschwenden. Ich habe dafür Tipps aus meinem Selbstversuch zusammengestellt.

Wertschätzen statt wegwerfen

In einem Furche-Artikel stand neulich, dass heute die Konsumenten viel weniger für ihr Essen ausgeben als früher. So gehen wir auch mit dem Essen um, es ist nichts mehr Wert, jährlich landen in Österreich 157.000 Tonnen Lebensmittel im Müll.

Ich habe einige Anti-Verschwendungstipps gesammelt und sie natürlich gleich selbst ausprobiert.

Wieder bewusst und genussvoll Essen & vielleicht sogar Geld sparen- Tipps vom Fräulein.

1) Planen, planen und nochmals planen

Ich bin ja eher der chaotische Typ, aber in letzter Zeit versuche ich wirklich konsequent zu planen, was ich esse und dann auch nicht mehr zu kaufen. Von Sonderangeboten halte ich Abstand, die verleiten nur und man benötigt es nicht wirklich. Wenn ich noch etwas im Kühlschrank habe – auch wenn mich das Gefühl beschleicht, das könnte nicht reichen – versuche ich zuerst alles zu verbrauchen, bevor ich wieder einkaufen gehe.

2) Regional und frisch einkaufen

Ich kaufe das Gemüse auf Märkten und alle zwei Wochen bekomme ich ein Bio-Kisterl zu geschickt. Ich versuche auf Qualität zu achten, auf (so weit überprüfbar artgerechte Tierhaltung bei tierischen Produkten) dafür fahre ich auch gern mal weiter (mit den Öffis versteht sich), meistens findet man diese Dinge nicht im normalen Supermarkt.

3) Glaube niemals dem Ablaufdatum

Wer braucht das Ablaufdatum? Eine einfache Regel: Sieht es gut aus, riecht es gut und schmeckt es gut, dann ist es gut!

4) Grow it yourself – wie wertvoll ist mein Essen?

Wer denkt schon daran, wie viel Zeit und Arbeit hinter einer Erdbeere steckt? Wieder mehr Bezug zum Essen herstellen, will das Fräulein. Wie gelingt das? Selbst produzieren. Da ich da weder Erfahrung habe, noch besonderes Talent, scheitere ich schon an den einfachen Dingen: Von meinen Kräutern sprießt derzeit eigentlich nur der Basilikum auf der Fensterbank.

Basilikum wächst, Schnittlauch ist leider nicht aufgetaucht und Petersilie - naja, aber ein Anfang.

Basilikum wächst, Schnittlauch ist leider nicht aufgetaucht und Petersilie – naja, aber ein Anfang.

Aber es warten noch einige Pflanzen auf ihren Platz im Gemüsebeet (was ich zugegeben noch anlegen muss) und so schnell gibt das Fräulein nicht auf.

5) Jedes Essen zu einem Fest machen

Zu guter Letzt versuche ich Essen frisch, genussvoll und in Gemeinschaft zuzubereiten (wenn es die Zeit erlaubt). Glückspilz Junior ist beispielsweise begeisterter Gugelhupf-Bäcker. Mit 2,5 Jahren ist er mir wirklich eine große Hilfe, besonders dabei, die Küche komplett zu verunstalten.

Habt ihr noch Tipps wie man besser mit seinem Essen umgehen kann?

Links zum Thema

Der Weltumwelttag

Die Umweltberatung

Essen und die Umwelt schonen

Und eine App gibt es auch http://www.zugutfuerdietonne.de/

5 Dinge die man von Kindern lernen kann (und auch auf jeden Fall lernen sollte)

(c) alles-schlumpf

(c) alles-schlumpf

Ich hab‘s ja schon ein paarmal erwähnt, ich bin Mutter. Gibt nichts Schöneres – ehrlich. Naja, gaaanz selten bin ich dem Wahnsinn nahe, aber diese Achterbahnfahrt des Elternseins würde ich um nichts in der Welt mehr tauschen. Seit ich Glückspilz Junior habe, gehe ich durch die wahre Schule des Lebens und Hut ab, der Kleine hat keine pädagogischen Vorkenntnisse und hat mir in so kurzer Zeit wahnsinnig viel beigebracht.

1. Das Leben ist ein Spiel

Wir Erwachsenen setzen ganz einfach die falschen Prioritäten. Wir nehmen unser Leben viel zu ernst. Glückspilz Junior kann aus allem ein Spiel machen. Aus dem Wasserglas wird im Handumdrehen eine Badewanne für Autos, selbst der Hausarbeit kann er etwas abgewinnen: Akribisch werden Brösel mit dem Besen von einem Eck ins andere gekehrt und danach 30 Mal wieder von der Schaufel auf den Boden. Mit solchen Aufgaben kann er sich ewig beschäftigten. Die Tätigkeit ist dabei völlig nebensächlich. Hauptsache hoch konzentriert und mit voller Begeisterung.

2. Iss genug, schlaf genug und das Leben ist leicht

Wie viel Geduld haben Sie, wenn Sie nichts gegessen haben? Ich hab keine, ich werde mürrisch. Noch extremer ist es bei Kindern. Ganz schlecht ist die Kombi aus wenig Schlaf und Hunger. Alle schmeißen dann die Nerven weg: Mutter, Kind, sogar die Nachbarn. Wunderbar ist der direkte Vergleich von vor dem Essen/nach dem Essen – es steht ein anderes Kind vor einem. Fröhlich, gut gelaunt, Frustrationsgrenze so hoch – quasi im nicht messbaren Bereich.

Einfaches Fazit (auch für Erwachsene): Immer genug essen und schlafen und das Leben wird leichter, viel leichter.

3. Zeit ist völlig überbewertet

Kinder leben ganz in der Gegenwart. Ein Spiel dauert so lange, wie es eben dauert. Besonders deutlich wird die unterschiedliche Zeitwahrnehmung von Glückspilz Junior und mir bei Spaziergängen. Während er bestens gelaunt vom Holzstock am Wegesrand am liebsten stundenlang nicht ablassen würde, sehe ich schon was passiert, wenn wir bei dem Tempo in den nächsten 24 Stunden den Heimweg nicht schaffen. Glückspilz Juniors Laune wird aufgrund von Hunger und Müdigkeit (siehe oben) schlagartig schlechter werden, genauso wie die Laune des Fräuleins. Was passiert aber beim Fräulein? Ich vermiese mir gehörig die Laune am Spaziergang. Während Glückspilz Junior sich ganz darauf konzentriert, was jetzt passiert (ungeachtet dessen was später kommen wird), denkt das Fräulein schon an den Rest des Horrorspaziergangs und verpasst das wunderbare Jetzt.

4. Von A nach B zu kommen ist völlig überbewertet

Wozu will man überhaupt ein Ziel erreichen, wenn doch schon der Weg das Ziel ist? Was gibt es nicht schon zwei Meter vom Hauseingang entfernt alles zu entdecken? Käfer, Blumen, Müll…egal! Warum erst wohin kommen, wenn das Gute doch so nah liegt. Was Glückpilz Junior begeistert, kann das Fräulein nicht immer nachvollziehen, außerdem muss man von Zeit zu Zeit B (z.B. Arbeit, Supermarkt) einfach erreichen, aber eines stimmt ganz sicher: Hat man nur ein einziges Ziel vor Augen, sieht man andere Ziele nicht.

5. Eine wird’s schon richten (es gibt nur einen Gott, und zwar Mama)

Kinder haben eines, und zwar Vertrauen. Vertrauen darin, dass es eine höhere Macht gibt, die alles irgendwie richtet – die Mama (oder der Papa).

Was Kinder nicht wissen, leider sind wir Mütter oder Väter nicht so omnipotent, wie sie glauben (irgendwann kommt‘s eh raus). Trotzdem Vertrauen braucht man, entweder in sich selbst oder darin, dass es da etwas gibt, das alles schon irgendwie schaukelt.